29.11.2005
Rafting in Colima

Schon vor einigen Wochen, als wir gerade erst angekommen waren, hat uns Enrico, ein Deutscher der hier bei Siemens A&D (Elektromotoren) arbeitet, gefragt, ob wir mal Lust hätten, in Colima Raften zu gehen. Dieses Wochenende war's dann soweit: 7 Deutsche (einer von ZF, fünf von Siemens und ein Student von der Unversidad Panamericana) machten sich erstmal mit dem Auto in den südlich angrenzenden Bundesstaat Colima, wo wir uns mit unseren Guides Samstagmorgen um 9:00 trafen. Danach ging's dann noch mal ca. 45 Minuten mit nem Laster auf der Ladefläche in die Berge. Dabei hab ich zum ersten Mal einen aktiven Vulkan in Sichtweite gehabt: Der Volcano de Colima ist ca. 4000m hoch und bricht ab und zu tatsächlich aus. Als wir vorbeigefahren sind, hat er mal kurz ein bißchen Rauch abgelassen, das war leider alles :-) Leider sieht man ihn auf den Fotos nicht so richtig...Muß ich noch mal hin und mir mal die umliegenden Berge anschauen, die Nevada de Colima. Eine Militärabsperrung später, waren wir dann auch schon an unserem Startort. Erstmal war ich ziemlich erstaunt, was alles in die Boote rein sollte: Haufenweise Bier (von uns ), Schlafsäcke und Ausrüstung für 7 Personen und natürlich das ganze Essen und Trinken. Rafting mit soviel Gepäck ??! Wie soll das denn gehen...Also jeweils 3 oder 4 Leute in die Boote, alles vollpacken und los geht's. Meine Frage "Sollen wir das Gepäck nicht vielleicht besser mit Seilen sichern ??" wurde als übertrieben abgewunken. Die erste Stromschnelle kam schon nach 20 Metern. Mein Boot war das erste und ist ganz gut durchgekommen, das zweite hat sich gleich mal die Seite aufgerissen und ist natürlich total gekentert. Die ganzen Sachen sind dann natürlich flußabwärts getrieben, wir konnten aber alles wieder einfangen . Also nach nicht einmal 5 Minuten Rafting Boot kaputt ! War aber schnell wieder geflickt und weiter gings. Landschaft war richtig schön, mit Bergen und üppiger Vegetation. Über mangelnde Action konnten wir uns auch nicht beschweren, Stromschnellen gab's genug. Das einzige Problem waren Drahtkabel, die die Einheimischen gespannt hatten, um irgendwelche verbotenen Flußkrebse zu fischen. Diese waren immer inmitten der schnellsten Stellen und befanden sich leider immer in ungünstigen Höhen so daß unsere Boote fast immer gekentert sind. Ab und zu hat auch mal jemand das Seil ins Gesicht oder sonst wohin bekommen, was beim Ernst und Daniel ein paar Blesuren interlassen hat. Einmal ist sogar von einem Baum ein weißer Skorpion ins Boot gefallen, der aber zwecks Paddel gleich wieder hinaus befördert wurde... Insgesamt mußten wir die Boote dann dreimal reparieren, was uns ziemlich Zeit gekostet hat. Irgendwann war dann klar, daß wir unser Etappenziel nicht vor Dunkelheit erreichen würden, daraufhin haben wir uns entschlossen, einfach mal am nächsten Ufer anzuhalten und zu nächtigen. Total fertig haben wir dann gegrillt, Lagerfeuerchen gemacht, Bier getrunken und sind dann nur im Schlafsack früh zu Bett gegangen. Am nächsten Morgen warteten noch ein paar heikle Stellen auf uns, danach wurde es dann aber immer gemächlicher und leider auch der Fluß immer langsamer. Also war ca. 3 Stunden nur noch Paddeln angesagt. Die Gegend hatte sich dann mittlerweile von der eher alpinen Landschaft in ziemlich tropische Vegetation verändert, man merkte, daß wir Richtung Küste steuerten. Ca. 8 Km vom Küstenstädtchen Manzanillo entfernt stiegen wir erschöpft in den Laster und dann ging's noch 3h auf der Ladefläche wieder zurück und dann noch mal 2h bis nach GDL.
Bilder in der Galerie !
20.11.2005
Paintball in Capilla de Guadalupe

Nach leckerem Frühstück im Örtchen Capilla de Guadalupe ( 1,5 östlich von GDL ) ging´s auf zur Ranch von der Familie Munoz, die auch komplett anwesend war. Danach gab´s mal richtig gutes Carne asada ( Grillen ) mit ausnahmsweise nicht hauchdünngeschnittenem Fleisch, sondern richtigen Steaks, so wie ich´s mag :-).
Aufgrund der höheren Lage als Guadalajara war´s recht frisch. Die eigentliche Attraktion kam dann Abends: Jorge, ein Arbeitskollege und passionierter Paintball-Wochenendsoldat hat uns alle mit Luftdruck-Kanonen, Munition, Helmen und Jacken ausgestattet und dann ging´s los.
Scheiße, tut das weh :-) Wir bildeten zwei Teams mit jeweils 2 Mann und einigten uns darauf "Capture the Flag" zu spielen: Eine Flagge wird in der Mitte des Spielfeldes ( eine Baustelle !) platziert und beide Teams suchen sich ne Basis. Ziel ist es, die Flagge zu holen, in die Basis zu bringen und 5 Minuten zu halten. Nach den ersten direkten Kopftreffern war ich saufroh, daß ich einen Helm mit Visier aufhatte. Die Schüsse die mich allerdings am Körper trafen, haben mich jedes Mal losschreien lassen. zwei Treffer haben blaue Flecken hinterlassen, macht aber nix, ist ein Riesenspass :-) Hab auch ordentlich ausgeteilt...allerdings mehr einstecken müssen :-) Muß ich unbedingt wiederholen ! Hier gibt´s anscheinend irgendwo so ne Ruinenstadt, wo der Jorge immer zum Spielen hingeht, da will ich mal mit.
Bilder wie immer in der Galerie.
18.11.2005
Los Tapatios \ Klettern
Die Leute hier sind wirklich die freundlichsten und hilfsbereitesten Menschen, die ich bisher getroffen hab:
Gestern Abend wurden wir einfach so mal von einem aus unserer Straße zum Essen eingeladen. Es gab wie immer Carne Asada (gegrilltes Rindfleisch), cellas (Bier), hausgemachten Tequila und Sangrita und jede Menge Beilagen, Salsas usw. War sehr lustig.
Heute bin ich nach der Arbeit mit dem Bus auf gut Glück zum Punto Muerto Kletterzentrum gefahren. Hab mich natürlich verlaufen aber da mein Spanisch mittlerweile große Fortschritte gemacht hat, konnte ich mich durchfragen. Punto Muerto ist wohl das größte Kletterzentrum hier, aber für europäische Verhältnisse mikrig, vielleicht so groß wie in Rottweil. Dafür draußen, was mir sehr gut gefällt. Dummerweise hab ich mich letzte Woche im anderen Kletterzentrum angemeldet...Jedenfalls bin ich ohne Kletterpartner und Seil hin und nach fünf Minuten hatte ich beides. Die Routen sind alle superhart, überhängend und ca. 15 m hoch, aber sehr geil geschraubt. Wieder andere Leute (Cabrones) haben mich dann netterweise heimgebracht. Schätze ich werde mindestens einmal die Woche hingehen, da mir Klettern halt doch wesentlich mehr Spaß macht als Bouldern (klettern in niedriger Höhe...).
Am Wochenende gehe ich wohl mit meinen Arbeitskollegen und deren Anhang Gotcha (mit Farbpatronen rumballern) spielen, irgendwo in den Bergen.

